Luxemburgisch ist zwar mittlerweile per Gesetz als Nationalsprache anerkannt. Gelehrt wird es allerdings bislang nur in der Vorschule. Traditionell wird Luxemburgisch auch eher als eine gesprochene als eine Schriftsprache angesehen, so dass auch selbst Luxemburger bislang nur selten das Bedürfnis verspürt haben, sich Luxemburger Rechtschreibung beizubringen oder gar ein Buch in luxemburgischer Sprache zu lesen. Die Sprachprüfungen für Einwohner, die die entsprechende Staatsangehörigkeit erwerben wollen, mutet von daher schon etwas grotesk an.
Sei dem nun, wie es sei. Von Luxemburger Intellektuellen wird den eigenen Leuten, aber auch den staatlichen Entscheidern, nicht selten ein gebrochenes Verhältnis zur Schriftkultur vorgeworfen. Drehe es sich hierbei um die vorsintflutliche Unterbringung von staatlichem Archivmaterial, etwa in Tiefgaragen oder im Wohnzimmerschrank der scheidenden Regierungsbeamten. Oder etwa im marginalen Angebot von öffentlichen Büchereien für ein Lesepublikum, das wohl erst noch aufgebaut werden muss. Man muss nur die Öffnungszeiten sowie die Frequentierung der Nationalbibliothek Luxemburgs mit denjenigen der Universitätsbibliothek Trier vergleichen, um einen Eindruck vom Stellenwert des Bücherlesens im Leben der Luxemburger zu gewinnen.
In dieses Landschaftsbild passt denn auch, wie regierungsamtlich mit dem Ausbau der Nationalbibliothek umgesprungen wird. Sie soll neugebaut werden, aber erst beginnend ab 2013 auf dem Gelände des Schuman-Gebäudes auf Kirchberg, das noch nicht abgerissen werden kann, da noch 600 EU-Parlaments Beamte sich dort aufhalten. Bis dass die Nationalbibliothek dann fertiggestellt sein wird, kann es daher noch bis 2025 dauern.
| Von Das Elend des Globalismus |
Nach dem Gesetz von 2004 soll die Nationalbibliothek auch die Funktion einer Universitätsbibliothek erfüllen. Sollen die Studenten dann vom Universitäts Campus auf Esch Belval auf Kirchberg kommen, um sich ein Buch auszuleihen?! Aber wenn die Studenten bis 2025 ausharren, ist bis dahin auch vielleicht die Straßenbahn und die direkte Zugverbindung von Belval direkt in die Stadt fertig. Was für ein Spaß dann, in Luxemburg zu studieren!
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| Universität Trier |

