Samstag, 28. August 2010

Ansemburg

 

Marc Thill: Graf von Ansembourg heiratet seine Verlobte. Luxemburger Wort, 28. August 2010.

Die Refeudalisierung des Kapitalismus kann in Luxemburg auf längst vorhandene und nie ganz abgerissene Fundamente bauen. Und Boulevard-Medien liefern zu dem Zirkus die Begleitmusik.

Das Schloss Ansemburg ist mittlerweile an eine japanische Sekte vermietet. Der mit EU-Fördergeldern aufgefrischte Garten darf jedoch besichtigt werden.
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Noch ein Schnäppchen für Neureiche, die sich mit einem Schlösschen adeln wollen, ist in Wiltz öffentlich ausgeschrieben (auch Mietkauf möglich).

Romain Hilgert: Schloss zu verkaufen. d'Land, 20. August 2010. S. 8f.

So manch ein Luxemburger denkt ja wohl, was die Einwohner früher für wenig oder gar kein Geld für frühere Herrschaften aufgebaut haben, das sollte heute der Allgemeinheit gehören und zur Verfügung stehen. So ist aus dem Herrenhaus, das sich das Kloster St. Maximin zur Eintreibung seiner Steuern in Manternach errichten ließ, das Rathaus der Gemeinde geworden; aus dem ehemaligen Industriellenschlösschen der Eigentümer der Papierfabrik an der Syr wurde das "Syrdallschlass", eine Einrichtung zur Reintegration von Drogenabhängigen. Das war wohl spezifisch für die Epoche des Rheinischen Kapitalismus hier in Luxemburg. Im Zeichen des Kasino-Kapitalismus steht das kulturelle Erbe zur Disposition der neuen Champions League, der Liga der Glücksritter.

Zur Geschichte von Manternach siehe:
Corps des sapeurs-pompiers de Manternach-Münschecker (Layout u. Redaktion: Alex Haag, Gilles Irthum, Willy de Jong, Robert Mehlen, François Merten, Georges Oswald, Edmond Thiel, Lucien Thiel, Christian Weis): Kantonaldag 2009 & Joerhonnertfeier 1909 - 2009. Imprimerie Jean Hoeser, rue des Joncs, L-1818 Howald, Dez. 2009.)

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